
Salomé Voegelin, ist eine Künstlerin, Forscherin und Autorin, die sich mit dem Zuhören als gesellschaftspolitischer Praxis beschäftigt. Sie nimmt das Unsichtbare und Relationale des Klangs als Ausgangspunkt, um die Welt ausgehend von ihrer Unteilbarkeit neu zu denken.
Voegelin verfasst Artikel, Aufsätze, Bücher, Texte sowie Textpartituren für Performances und Veröffentlichungen. Sie ist Autorin der Bücher Listening to Noise and Silence (2010), Sonic Possible Worlds (2014/21) und The Political Possibility of Sound (2018). In ihrem jüngsten Buch Uncurating Sound: Knowledge with Voice and Hands (2023) verschiebt sie den Begriff der Kuration durch die doppelte Verneinung von „nicht – nicht“ hin zur „Entkuratierung“. Dabei wird Wissen von den Erwartungen an Referenz und einem kanonischen Rahmen gelöst und Kunst als politisch betrachtet, dadurch wie sie die Institution konfrontiert. Unperforming the Dream House, ActiveRat (2023), thematisiert derweil die Auswirkungen des amerikanischen Traums der 1960er und 70er Jahre auf den Albtraum der heutigen Welt.
In ihrer aktuellen Forschung befasst sie sich mit der Identifizierung von Klang als antifaschistischem agent, und untersucht die politische Möglichkeit, Klang sowie klangliche Sensibilität und Kognition als Mittel zum Umdenken neoliberaler und autoritärer Kontrollmechanismen zu nutzen. Zudem beschäftigt sie sich mit der Unteilbarkeit des Klangs, um die Unteilbarkeit der Welt als Chance für einen ökologischen und pädagogischen Paradigmenwechsel zu begreifen: weg von einer Sichtweise, die die Dinge als getrennt betrachtet – the sublime and the other –, hin zu einer Auseinandersetzung mit ihrer Relationalität und dem Mitsein, dem Mithören sowie der damit einhergehenden Mitverantwortung. Ziel ist es, aus der Art und Weise, wie die Welt im Klang verflochten ist, eine Ethik und Sensibilität zu entwickeln, die die Verflochtenheit gegenwärtiger ökologischer, sozialer und politischer Krisen sichtbar macht.
Ihre künstlerische und kuratorische Praxis realisiert vom Klang ein kollektives, praxisorientiertes Arbeiten. Zuletzt bildeten ihre Tonband- und Textpartituren den Rahmen für die Kuratierung zweier Alben: „paint your lips while singing your favourite pop song“ (2022) und „Cassette Album“ (2025), die in Zusammenarbeit mit einer spannenden Auswahl internationaler Musiker:innen (z. B. Siavash Amini, Claire Rousay, Rie Nakajima, Arturas Bumšteinas, KMRU, Hannah Silva, Mariam Rezaei, Samson Young, Cody Yantis) bei Flaming Pines produziert wurde.
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